Deine Instagram-Reichweite ist im Keller.
Und das hat mit deinen Posts weniger zu tun, als du denkst.
E-Mail-Marketing ist der Kanal, den du selbst kontrollierst. Auf Social Media entscheidet ein Algorithmus, wie viele deiner Follower einen Beitrag sehen. Eine E-Mail landet bei jedem, der sich eingetragen hat. Wer als Unternehmer im D-A-CH-Raum planbar Umsatz will, unabhängig von Plattformen, landet deshalb beim Postfach. Jedes Mal.
Die Zahl, die Social-Media-Fans nicht hören wollen
Auf Facebook und Instagram sieht nur ein Teil deiner Follower deinen Beitrag.
Wie groß dieser Teil ist, legt die Plattform fest. Sie zeigt bevorzugt, was Menschen möglichst lange in der App hält. Ein Unternehmenspost mit Angebot gehört selten dazu.
Bei E-Mail fällt diese Zwischeninstanz weg.
Deine Nachricht landet im Posteingang. Ob sie geöffnet wird, entscheidet der Empfänger. Und das hängt an deiner Betreffzeile und daran, ob er dich kennt.
Was dabei möglich ist, hab ich auf einer kalten Mail-Liste gesehen. Also bei Menschen, die den Absender vorher nicht kannten: 45 % Öffnungsrate, 15,6 % Klickrate.
Nimm einen Handwerksbetrieb, der genauso viele Instagram-Follower hat wie E-Mail-Kontakte. Sein Post erreicht organisch einen Bruchteil davon. Seine E-Mail landet in jedem Posteingang auf der Liste.
Und die Menschen auf dieser Liste haben sich aktiv entschieden, dort zu stehen. Die wollen von dir hören. Die haben ihre Adresse eingetippt, Buchstabe für Buchstabe, und auf „Anmelden“ geklickt.
Der Algorithmus gehört dir nicht, deine Liste schon
Plattformen ändern ihre Algorithmen regelmäßig. Ohne Vorwarnung.
Jede Änderung verschiebt Reichweiten. Manche Accounts werden nach oben gespült, andere verschwinden in der Unsichtbarkeit.
Du hast darauf null Einfluss.
Ein typischer Verlauf sieht so aus: Ein kleiner Onlineshop für Kaffee-Zubehör baut über Jahre eine Followerschaft auf. Handverlesene Mühlen, dieser warme Holzgeruch, wenn du die Verpackung öffnest. Dann setzt die Plattform plötzlich auf Videos, und die Fotoposts, die vorher zuverlässig Likes brachten, erreichen kaum noch jemanden.
Die E-Mail-Liste desselben Shops funktioniert am nächsten Morgen genau wie am Vortag.
Und sie verkauft. Bei einem Supplement-Hersteller hat eine einzige E-Mail-Kampagne die Conversion-Rate innerhalb von zwei Wochen um 6 % gesteigert. Der Umsatz stieg dadurch ebenfalls um 6 %.
Diese Liste gehört dir. Kein Plattform-CEO kann sie dir wegnehmen. Kein Algorithmus-Update macht sie über Nacht wertlos. Deshalb baue ich E-Mail-Funnels, die vom ersten Kontakt bis zum Kauf führen, genau auf diesem Fundament.
Was E-Mail-Marketing im Kern ausmacht
Vergiss mal kurz die Technik.
E-Mail-Marketing bedeutet: Du sprichst direkt mit einem Menschen, in seinem persönlichsten digitalen Raum. Dem Posteingang.
Dort liegt die Nachricht vom Chef neben der Rechnung vom Zahnarzt neben deiner E-Mail.
Das ist ein Privileg.
Deshalb funktioniert gutes E-Mail-Marketing nach einem simplen Prinzip: Jede Nachricht muss es wert sein, geöffnet zu werden.
Plumpe „RABATT, JETZT KAUFEN“-Schreier verspielen dieses Privileg schnell.
Was funktioniert, sind Inhalte, die dem Empfänger das Gefühl geben, dass diese E-Mail nur für ihn geschrieben wurde. Gespräch statt Information. Warum so viele Newsletter genau daran scheitern, steht in meinem Artikel über E-Mail-Copywriting und Newsletter, die keiner liest.
Ein Format, das ich gern empfehle: Ein Steuerberater beantwortet jeden zweiten Donnerstag genau eine konkrete Steuerfrage. In wenigen Absätzen.
So eine Mail respektiert die Zeit ihrer Leser. Genau deshalb öffnen sie auch die nächste.
So startest du, ohne dich in Tools zu verlieren
Eine beliebte Ausrede: „Welches Tool soll ich denn nehmen?“
Nimm Brevo (ehemals Sendinblue). Server in der EU, DSGVO-konform, Einstieg ohne Kosten. Fertig.
Dein Startplan für die ersten 30 Tage:
- Woche 1: Anmeldeformular auf deiner Website einbauen. Ein Feld: E-Mail-Adresse. Name, Telefon und Geburtstag brauchst du am Anfang nicht. Jedes zusätzliche Feld ist eine Hürde mehr vor dem Klick auf „Anmelden“.
- Woche 2: Willkommens-E-Mail schreiben. Darin steht, wer du bist und was der Leser wie oft von dir bekommt. Drei kurze Absätze reichen. Wie daraus eine Welcome-Sequence wird, die aus Abonnenten Käufer macht, zeige ich in einem eigenen Artikel.
- Woche 3: Erste reguläre E-Mail versenden. Ein Thema mit einem konkreten Tipp und einem klaren Call-to-Action.
- Woche 4: Ergebnisse anschauen. Wenn wenige öffnen, überarbeite die Betreffzeile. Ideen dafür findest du bei den Betreffzeilen, die geöffnet werden. Wenn viele öffnen, mach genau so weiter.
Perfektion ist der Feind des Anfangs.
Dein erster Newsletter klingt holprig. Mit jeder Ausgabe wird er besser, und irgendwann fängt er an zu verkaufen.
Der Fehler, der deine Liste still sterben lässt
Du sammelst Adressen und meldest dich dann monatelang nicht.
Stille.
Der Kontakt vergisst, dass er sich angemeldet hat.
Dann kommt plötzlich eine E-Mail mit einem Angebot, und der Empfänger denkt: „Wer ist das? Spam.“
Klick auf „Abmelden“. Oder schlimmer: Klick auf „Als Spam melden“.
Auch eingeschlafene Kontakte lassen sich wecken. Für Erik Mack von Gallenstein-Rebell aus Flintsbach am Inn hab ich zwei Newsletter an Kunden geschrieben, die über drei Monate nichts bestellt hatten. Ergebnis: 40 % Öffnungsrate, die Klickrate mehr als verdoppelt, spürbar im Umsatz.
Leichter ist es trotzdem, sie gar nicht erst einschlafen zu lassen. Die Lösung ist banal: Regelmäßigkeit schlägt Perfektion.
Alle zwei Wochen reicht. Zum Beispiel jeden Donnerstag um 9:15 Uhr. Immer. Dann weiß dein Publikum, was es erwartet. Das schafft etwas, das selten geworden ist: Verlässlichkeit.
Häufige Fragen
Ist E-Mail-Marketing noch zeitgemäß?
Ja. Fast jeder, der beruflich online ist, hat eine E-Mail-Adresse und schaut regelmäßig hinein. Und anders als auf Social Media bestimmst du selbst, wer deine Nachricht bekommt. Kein Algorithmus sitzt zwischen dir und deinem Kunden.
Welches E-Mail-Tool eignet sich für kleine Unternehmen im D-A-CH-Raum?
Brevo (ehemals Sendinblue) ist eine starke Wahl: Server in der EU, DSGVO-konform, Einstieg ohne Kosten. Alternativen wie Mailchimp oder CleverReach funktionieren ebenfalls. Bei CleverReach stehen die Server in Deutschland.
Wie oft sollte ich Newsletter versenden?
Zweimal im Monat ist ein guter Startpunkt. Wenn du seltener schreibst, vergessen dich deine Empfänger und melden sich ab. Sehr häufige Mails empfinden viele als störend, vor allem im B2B. Finde deinen Rhythmus und halte ihn ein.
Brauche ich viele Abonnenten, damit sich E-Mail-Marketing lohnt?
Nein. Eine kleine Liste mit Menschen, die deine Mails wirklich lesen, bringt mehr als eine große voller toter Adressen. Bei Erik Mack hat schon eine Gruppe inaktiver Bestandskunden gereicht, um den Umsatz spürbar zu bewegen.